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SCHMERZTHERAPIEZENTRUM |
Erfahrung schon seit 1983
LYME-BORRELIOSE
Manche Autoren schreiben das Wort "Lyme-Borreliose" auch zusammen (Lymeborreliose)
Zur Geschichte der Lyme-Borreliose:
Die Lyme-Borreliose ist
eine Er krankung, die erst seit 1975 bekannt ist. Grund war ein gehäuftes
Auftreten von äh nlichen
Kran
kheitsbildern in der Gem
einde LYM E in Connecticut
(USA).
Die Patien ten hatten vor
allem eine Gemeinsamkeit: Sie wurden von
Zec
ken befallen.
Erst 1984 gelang es dem
Wissenschaftler Wil li Burgdor
fer das Bak terium zu isolieren und zu erforschen. Der Erreger
bekam einen
Namen: Borrel ia - Burgdor
feri.
Die
Borrel
ien sind der
Familie der Spirochäte n (spe
ira = Windung) zugeordnet und sind korkenzieher-
oder sch raubenförmig.
Die Erreger haben eine
„fam iliäre Bekanntschaft“ zum Syphiliserreger, daher auch die frühere
Bezeichnung „Syphil is aus dem Wald“.
Das besondere und auch
zugleich heim tückische an dem Erreger der Lymeborrel
iose ist, dass er sich nicht nur über den
Blut weg, sondern auch über sämtliche Körpergewebe und Flüssigkeiten ausbreiten
kann. (Daher ist eine Labordiagnostik im An fangsstadium der
Kran
kheit oft
fehlerhaft.)
Die Übertragung der Lyme-Borreliose
Der Erreger Borrel ia Burgdorfer i wird zum größten Teil von Zec ken übertragen. In Europa ist es die Schildzecke (I xodes-r icinus) oder auch gemeiner Hol zbock genannt. In den USA ist es hauptsächlich die Hirsch zecke oder I xodes-scapularis (dam mini). In neuester Zeit werden auch Bremsen und Läuse als Überträger vermutet.
Die Zecke gehört zu den Spinnentieren und hat vier verschiedene Entwicklungsstadien:
Das Ei - für die Übertragung u ninteressant.
Die Lar ve (0,5 mm groß) - braucht zum Erre ichen des nächsten En twicklungsstadiums einen Wir t (In der Regel kleine Säuger wie Mäuse oder Igel)
Die Nym phe (1-1,5 mm groß) - brauch t wieder zum Erreichen des nächsten En twicklungsstadiums einen Wirt. Jetzt komm t neben größeren Säugern auch der Mensch ins Spiel. In dieser Phase können schon Erreger übertragen werden.
Die ausgewac hsene Zec ke (2-4 mm groß) braucht wieder einen Wir t und damit eine Blu tmahlzeit. In dieser Phase ist wieder eine Übertragung möglich.
Die Zecke sucht auf ihrem
Wirt eine geeignete Stelle, um dann mit ihrem Saugapparat die Haut zuerst
aufzuschneiden und danach den Saugrüssel, der mit Widerhaken versehen ist in
die Haut zu stechen. Man spricht also nicht, wie es irrtümlich angenommen wird,
von einem Zec
kenbiss, sondern von einem
Zec
kenstich!
Während des Einstechens in
die Haut geben die
Zec
ken einen im Speichel enthaltenen Stoff in die Haut, der
sowohl die Stelle betäubt als auch das Blut dün
nflüssiger macht. Daher werden viele
Zec
kenstiche erst gar n
icht entdeckt.
Das Bak terium Borellia
burgdor feri kommt aber erst nach einem Sau
gvorgang von 12-36 Stunden in den Körper
des Wirts, weil sich der Erreger nicht im Speichel sondern im Magen-Darmtrakt
befindet. (im Gegensatz zum FSM E-Virus, der sofort mit dem Speichel übertragen
werden kann.)
Vorbeugung einer Lyme-Borreliose:
Natürlich sollte die Zecke so schnell als möglich vollständig entfernt werden, dazu gibt es spezielle Vorrichtungen (z.B. www.zeckenschlinge.de). In entsprechenden Risikogebieten sollte man sich ein solches Instrument vielleicht doch zulegen. Nach einem Bericht der Ärztezeitung kann die Lyme-Borreliose mit einer Verabreichung von 200 Milligramm Doxycyclin binnen drei Tagen nach einem Zec kenbiß bzw. Zec kenstich wirksam verhindert werden. Eine solche Vorbeugung ist aber nur dann sinnvoll, wenn die Kontaktzeit mit der Zecke mehr als 12 Stunden betragen hat. Unterhalb dieses Zeitl imits ist eine Übert ragung der Erreger sehr unwahrscheinlich. Sicherheitshalber kann man nach Entfernung der Zecke dieselbe mit zum Arzt bringen, mittels Laboruntersuchungen kann dann festgestellt werden, ob diese Zecke überhaupt Borrelien in sich hatte und somit eine Lyme-Borreliose übertragen konnte.
Symptome (= Krankheitszeichen) der Lyme-Borreliose:
Das wichtigste Merkmal der
Lyme-Borreliose ist die Hautrötung (Erythema migrans), die zwischen dem 3. und
30.Tag nach dem Zec
kenstich auftritt. Bei ca. 25 % der Patienten
entwickelt sich dieses Merkmal aber nicht !
Diese Rötung kann sich
sowohl ringförmig und in der Mitte verblassend, als auch homogen ausbreiten.
Teilweise entstehen Flecken oder Papeln, bzw.Pusteln. Diese sog. Wan
derrötung kann bis
sechs Wochen andauern.
In dieser Anfangsphase
entstehen grippeähnliche Symptome wie Fieber,
Kopfschmerzen, Mattigkeit,
Schüttelfrost, Nackensteifigkeit usw. Auffällig ist die
Müdigkeit, die sich über Wochen hinzieht.
Wochen und Monate später
entstehen Symptome wie
Arth
ritis, Herzbeschwerden,
Ner
venschmerzen oder
Nervenlähmungen und psychische Störungen, die bis zur Veränderung der
Persönlichkeit gehen.
Der Arzt und Lyme-Borreliose - Spezialist Burrascano hat eine Checkliste von Symptomen der Lyme-Borreliose herausgegeben, die es dem Arzt leichter machen soll, die Lyme-Borreliose zu diagnostizieren.Hier ein Ausschnitt:
Hautrötung am Ort des Stiches
Gelenkschmerzen und Muskelschmerzen in den Füßen
Schmerzen an den Zehen, am Fußballen, Schmerzen an der vorderenUnterschenkelmuskulatur
nicht erklärbare Erschöpfung und Müdigkeit
nicht erklärlicher Haarausfall
geschwollene Lymphknoten
Halsschmerzen
Herzklopfen, Herzstolpern, Block im Herzreizleitungssystem
Gesichtslähmung
Schwindel, Gleichgewichtsstörung
Vergesslichkeit, Konzentrationsstörungen
Desorientiertheit
Diagnostik bei
Lyme-Borreliose:
Anhand der oben aufgeführten verschiedenen Kran
kheitsbilder und der Beson derheit
des Erregers kann man die Schwierigkeit der Diag
nostik erahnen. Die wichtigsten
klinischen Kriterien sind jedoch:
Labordiagnostik bei Lyme-Borreliose:
Differentialdiagnostik
(= was außer Lyme-Borreliose sonst noch an Krankheiten in Frage kommen
könnte):
Eine Arthritis (= Gelen kentzündung)
kann auch rheumatischer Natur sein. Herzr
hythmusstörungen sind am ehesten kardial (= das Herz betreffend) bedingt
und relativ selten auf eine Lyme-Borreliose zurückzuführen. Rad
ikuläre
(= Nervenwurzeln betreffende) Störungen, wie sie im Rahmen einer
borreliosebedingten, lym phozytären Meningoradikulitis (LMR) auftreten, können
auch einer Mul tiplen Sk
lerose zugeordnet werden. Eine zunehmende
differen tialdiagnostische Bedeutung dürfte die
relativ neu en
tdeckte
Humane Granulocyten Ehrlichiose
(HGE) erlangen.
Therapie der Lyme-Borreliose:
Nach einer Empfehlung des
Robert Koch Instituts sind bei Erwachsenen
Tetracycline (z.B. Doxycyclin)
oder Amoxycillin Antibiotika der 1. Wahl über 3-4 Wochen. In der Literatur und
im Internet gibt es H inweise, daß Mittel aus der Klasse der Makrolide (z.B. Erythromycin oder Clarithromycin) besser wirksam sind. Gute Erfolge soll auch
die Kombination der Wirkstoffe Hydroxychloroquin
(Quensyl ®) (wird eigentlich zur Vorbeugung und
Behandlung der Malaria eingesetzt oder auch bei Autoimmunkrankheiten wie
rheu matoide Arth
ritis oder Lupus erythematodes) und Minocyclin (ein
Antibiotikum aus der Klasse der Tetracycline) bringen (http://www.mediacana.net/bsg_sw/Sievers.pdf).
Bei einer Neu roborreliose wird im Anschluß an die Antibiotika-Therapie die
Verordnung von Fluconazol empfohlen, das eigentlich zur Behandlung von
Pilzinfektionen verwendet wird, aber auch bei Borreliose helfen soll (http://www.neuroborreliose.net/informationen/therapievorschlaege/index.html).
Nach erfolgloser antibiotischer Basistherapie
kann zur Schmerztherapie bei einer Ne
uro-Borreliose (= bei dieser Form der Lyme-Borreliose stehen
Nervenbeschwerden im Vordergrund) ambulant ein Antikonvulsivum (= ein
Mittel gegen die Fallsucht, aber auch bei diesen Schmerz
wirksam)
verordnet werden. Als erste Wahl gelten heute Gabapentin oder
Pregabalin, als 2. Wahl Carbamazepin. Die Kombination mit Baclofen hilft
Gabapentin bzw. Pregabalin oder Carbamazepin einzusparen.
Stehen Gelen kschmerzen im Vorde rgrund (Lyme
-Arthritis), können nich tsteroidale
(= nicht kor tisonhaltige) An
tirheumatika gegeben werden, aus dieser Gruppe möglichst lang wirkende
und m agenschonende
wie z.B. Meloxicam. Beson ders m
agenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2 Inhibitoren,
z.B. Parecoxib oder Etoricoxib, allerdings scheint diese S
toffgruppe mit einem Her
z-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es
bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Mar
kt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffg
ruppe zuvor.
Persist ierende (= trotz Basisbehand lung verbleibende) Beschwerden / Schmerzen sind bei einer Lyme-Borreliose leider oftmals sehr hartnäckig und geben dann Anlaß zu einer speziellen Schmerz therapie.
Sowohl bei der Ne uro-Borreliose als auch Lyme-Arthritis hat sich eine therapeutische Lokal anästhesie (= Behandlung mit einem ör tlichen Betäubungsmittel) sehr bewäh rt, insbesondere in Form von kontinuierlichen Ner venblockaden mittels eines vorübergehend (z.B. 10-14 Tage lang) eingepflanzten Katheters.
Methodenbeschreibung "Kontinuierliche (repetitive) Nervenblockaden mit Katheter":
Nervus femoral
is
(vorderer
Oberschenkel
nerv): Bei dieser Methode suchen wir von der Vorderseite des
Oberschen
kels her, handbreit unterhalb des Leistenbandes mit einer Kan
üle in der
Tiefe den Oberschenkel
nerv auf und legen in die Nerven
scheide (Gewebsumhüllung
des Nerven) einen dünnen Kunststoffschlauch (Katheter) ein. In den nächsten 2-3
Wochen spritzen wir dann mehrmals täglich eine verdünnte örtliche Betäubungsmittel
lösung ein. Dabei wählen wir die Kon
zentration des Wirkstoffes
so, daß die grobe Kraft und damit die Beweglichkeit erhalten bleibt, aber die
Schmerz
empfindlichkeit deutlich herabgesetzt oder gar aufgehoben ist.
Anwendungsbereiche:
(vordere)
Gegen Schmerzen im Hüft- (auch Hü ftgelenk) und Le istenbereich kann vorgenannte Me
N.
isch
iadicus: Bei dieser
Methode suchen wir von der Oberschenkelrückseite her, handbreit unter dem
Gesä
ß,
den Ischiasnerv in der Tiefe mit einer Kanüle auf und legen einen dünnen
Kunststoffschlauch in die zugehörige Nervenscheide (Gewebsu mhüllung) ein. In den
folgenden 2-3 Wochen wird dann in diesen Sch lauch mehrmals täglich eine
verdünnte, örtliche Betäubungsm ittellösung eingespritzt. Je nach
Wirkstoffkonzentration kommt es dann im Versorgu ngsgebiet des Nerven zu einer
Verminderung der Schmerzempfindl ichkeit bis hin zur Schmerzfreiheit.
Anwendungsbereiche:
rückwärtiger
Plexus brachialis: Die Einpflanzung des Katheters erfolgt nahe der Achselhöhle am inneren Ober
Wenn Schmerzen aufgru nd einer Lyme-Borreliose längerfristig bestehen, so ist davon auszugehen, daß bereits ein Chron ifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behand lung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen.
Weitere Informationen zu Zec kener
krankungen und zur Lyme-Borreliose finden Sie unter: www.zeckenbiss-borreliose.deIn Deutschland gibt es mittlerweile an vielen Orten Selbsthilfegruppen. Falls Sie Interesse haben: www.borreliose-bund.de (einfach anklicken).
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